Werbung im Fernsehen entwickelt sich prächtig

Die Fernsehsender zeigen sich zufrieden, was die Einnahmen aus Werbung angeht: Die Preise steigen, aber auch die Umsätze. Es wird soviel geworben wie noch nie und Firmen und Agenturen geben immer noch einen Großteil des Budgets für die Fernsehwerbung aus.

Die Nettowerbeeinnahmen betrugen in Deutschland im Jahr 2016 knapp 4,5 Milliarden Euro. Das sind 120 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Nach Angaben der Marktforscher von Nielsen wurden 4,4 Millionen Werbespots ausgestrahlt. Der Löwenanteil geht an die Privatsender RTL, Sat 1 und Pro Sieben. Es folgen Vox, RTL2 und Kabel eins. Das meiste Geld haben Firmen aus dem Bereich Online-Handel und Online-Dienstleistungen, Medikamente und Süßwaren ausgegeben.

Die Preise für die Schaltung sind ebenfalls gestiegen, richten sich aber natürlich nach Länge und vor allem nach Platzierung. Wer nach 20 Uhr auf einem Privatsender wirbt, muss für einen 30 Sekunden Spot etwa 60.000 Euro bezahlen. Wenn man aber seinen Energydrink mitten im Formel 1 Rennen bewirbt, kostet das mitunter sportliche 150.000 Euro.

Konkurrenz aus dem Internet

Allerdings schläft die Konkurrenz nicht und weltweit ist ein klarer Trend in Richtung Onlinemarketing zu sehen. Immer mehr Firmen verlagern Budgets ins Internet. Vor allem die Sozialen Netzwerke sind das Spielfeld der Marketing- und Werbeagenturen geworden. Der Grund liegt auf der Hand: Online ist es wesentlich einfacher die richtige Zielgruppe zu erreichen. Außerdem sind die Streuverluste wesentlich geringer. Hinzu kommt, dass man Erfolge direkt messen kann: Wer auf einen Link klickt, hinterlässt eine Datenspur. Beim TV-Zuschauer muss man warten, ob sich Umsatzzahlen verändern oder Imagewerte verbessern. Dennoch entwickelt sich der Onlinemarkt eher bescheiden, bei Werbung auf mobilen Geräten ist Deutschland ganz weit hinten.

In Deutschland sind die TV-Sender noch sicher, hier wird mehr Geld in Fernsehspots investiert als in die Online-Werbung. Man rechnet mit einem Wachstum von zwei Prozent fürs nächste Jahr. Das ist auch deshalb interessant, weil gleichzeitig die Zuschauerzahlen sinken – um bis zu 7 Prozent.