Superquoten für ARD und ZDF

Wer die Fußball-WM überträgt, muss sich um Quoten keine Sorgen machen. Das haben ARD und ZDF wieder einmal erfahren dürfen. Trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft bescherten das Ereignis in Russland den öffentlich-rechtlichen Sendern Traumquoten. Das Spiel der Deutschen gegen die Schweden war das erfolgreichste: 27 Millionen Zuschauer fieberten mit der deutschen Nationalmannschaft. Die Spiele gegen Süd-Korea und gegen Mexiko sahen sich 25 Millionen Fußballfans an.

Aber auch die Spiele des Achtelfinales und der nachfolgenden Runden waren Quotenbringer. Vor allem das Spiel England gegen Kroatien sorgte für Spannung und Aufmerksamkeit beim deutschen Zuschauer. Beim Finale waren die Quoten dann etwas niedriger: 21 Millionen sahen den Franzosen zu, wie sie die WM gewannen. Zum Vergleich: Den ersten Wimbledon-Sieg einer Frau seit Steffi Graf durch Angelique Kerber sahen gerade mal 2,5 Millionen in der Liveübertragung beim ZDF.

Brasilien war am erfolgreichsten

Vor vier Jahren hatten beide Sender einen Rekord verzeichnen können, 34 Millionen Fans hatten im Finale mit der deutschen Mannschaft mitgefiebert, so viele wie noch nie zuvor. Dass das nach der verpatzten Vorrunde von Löws Mannen nicht möglich sein würde, war von vorneherein klar gewesen.

Erstmals hat man bei ZDF und ARD auch auf die Kostenbremse gedrückt. Man hatte das Studio nicht in Moskau, sondern in Deutschland eingerichtet und so musste zum Beispiel Oliver Kahn aus dem Studio in Baden-Baden seine Meinung abgeben. Angeblich haben die beiden Sender 200 Millionen Euro für die Übertragungsrechte bezahlen müssen. Das frühe Ausscheiden der Deutschen dürfte auch Auswirkungen auf einige Werbepreise gehabt haben.

Noch liegt keine Abschlussrechnung für die Produktionskosten vor, aber man rechnet damit, dass sie bei weit über 20 Millionen Euro liegen dürften. Bei der WM in Brasilien hatten die beiden Sender 30 Millionen Euro ausgegeben, obwohl man sich bereits einiges an Ausrüstung geteilt hatte. Vorbei sind auch die großen Übertragungswagen die zur solchen Ereignisse geschickt werden: Der Bericht wird heute über eine mobile Einheit, die in einem Rucksack ist, zum Satelliten geschickt.