RTL setzt wieder auf Geschichten

Bei RTL scheint man erkannt zu haben, dass die große Zeit der Reality-Shows vorbei ist und die Zuschauer wieder das sehen wollen, was das Fernsehen einmal groß gemacht hat: Schöne Filme und Serien. Vielleicht ist es auch der Druck von Netflix und Amazon Prime, der die Programmacher reagieren ließ. Sie haben angekündigt, wieder verstärkt auf Fiktion zu setzen.

Im Frühjahr diesen Jahres hat man deshalb gleich mit der Produktion von fünf neuen Serien und einer Sitcom begonnen. Man will neben dem Donnerstag noch einen zweiten Abend mit Serien ausfüllen: Auch der Dienstag wird jetzt für Serien reserviert.

RTL muss auch deshalb schon produzieren, weil es kaum noch eigenes Material gibt und auch viele der US-Serien nicht mehr ziehen. Die Themen, die in Übersee behandelt werden bestimmt aber auch hierzulande die Geschichten. So wird es bei RTL wieder eine Menge Krimi-Serien geben und mit “Jenny – echt gerecht” wollte man sich auch dem Metier der Rechtsanwälte widmen.

Noch mangelt es an Qualität

Auch wenn man sich der Schreiber und Produzenten von der UFA bedient, kranken die deutschen Produktionen noch immer daran, dass der Aufwand erheblich geringer ist als die amerikanischen Vorbilder – und dass der Zuschauer das auch wahrnimmt. Auch sind viele der Geschichten – oft ebenfalls aus Produktionsgründen – wesentlich flacher geschrieben. Charaktere entwickeln sich nicht zu ihrem vollen Potenzial, und Dialoge sind oft platt und sehr an der Realität vorbei.

Das zeigte sich denn auch in den Quoten: Gerade Jenny war so schlecht, dass man sich auf die Ablösung durch Lifelines freute. Ganz aufgeben will man aber wohl noch nicht: die Serien Saint Maik und Beck is back gehen in die Verlängerung, RTL hat bekannt gegeben, dass neue Staffeln gedreht werden sollen. Auch “Beste Schwester” soll noch eine weitere Chance bekommen. Aus dem Sender war zu vernehmen, dass man sich nicht alleine an der Quote festmachen wolle, sondern das neue Konzept auch langfristig verfolgen will.