Das Fernsehen gibt es in Deutschland schon seit fast 100 Jahren: das erste TV-Programm wurde 1935 ausgestrahlt, damals allerdings sehr eingeschränkt: Es gab dreimal die Woche zwei Stunden lang Programm. Ein Grund lag schlicht darin, dass es noch kaum Geräte gab, die das neue Fernsehen überhaupt empfangen konnten. Statistiken von damals berichten, dass es knapp 250 Zuschauer gab, die an 75 Geräten saßen. Die TV-Geräte wurden in sogenannten Fernsehstuben aufgebaut, in denen sich die Zuschauer versammelten, meistens in den Hinterzimmern von Kneipen. Allerdings war die Qualität des Bildes so schlecht, das die Begeisterung schnell nachließ.

Nachdem die Olympischen Spiele in Berlin dem Fernsehen einen neuen Höhepunkt gebracht hatten, wurde 1938 auch die Zeilenzahl erhöht, was das Bild entscheidend verbesserte. Der Krieg unterbrach die Fernsehentwicklung, es wurde bisweilen noch für die deutschen Truppen benutzt, lag sonst aber brach.

Teilung auch im Fernsehen

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Teilung ging das deutsche Fernsehen zwei Wege: In der DDR gab es das staatlich kontrollierte Fernsehen, in der BRD wurde erst die ARD 1952 und kurze Zeit später das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) als bundesweite Sender gegründet. Die Regionalsender gingen auch bald auf Sendung.

Während die DDR immer nur zwei Programme hatte (Das Zweite Programm wurde erst 1969 ins Leben gerufen), gab es Deutschland in den späten 70er Jahren Bestrebungen zu einer Privatisierung des Fernsehens und 1984 ging bereits der erste private Fernsehsender auf Sendung, und es dauerte keine 10 Jahre, bis der Markt aufgeteilt wurde. Die größten Sendergruppen sind im Privatfernsehen ProSieben und RTL. Mit dem Kabelfernsehen bildeten sich auch viele kleine Spartensender, und seitdem Streaming besser ist gibt es auch viele Sender die nur übers Internet empfange werden können. Die meisten der 145 Sender, die eine Lizenz in Deutschland haben sind kommerziell und haben eine Gewinnerzielungsabsicht. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben aber immer noch einen Marktanteil von etwa 50 Prozent.